Geschichte des Thrash Metal

In den 80er Jahren steckte das Genre des Metal noch in den Kinderschuhen. Damals waren vor allem AOR (Adult Orientated Rock) und Glam-Metal erfolgreich. Die jüngere Generation wollte jedoch etwas, was härter war. Aus diesem Drang heraus entstanden Bands wie „Death Angel“, „Anthrax“ und „Exodus“ in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ähnliche Varianten des Metal entstanden parallel auch in Deutschland, jedoch zuerst nur als Untergrundbewegung. Vor allem im Ruhrgebiet prägte sich diese Szene mit Bands wie „Destruction“ und „Kreator“ schnell aus. Durch Mundpropaganda und Tape-Trading wurden diese Interpreten bekannt.

Die ersten Alben, welche eindeutig dem Thrash Metal zugeordnet werden können, wurden im Jahr 1983 veröffentlicht. Darunter zählen „Kill ‚Em All“ von Metallica, das brutalere „Show No Mercy“ von Slayer und „Heavy Metal Maniac“ von der weniger bekannten Band Exciter aus Kanada.

Der wachsende Einfluss des Thrash Metal wurde auch in den Medien sichtbar: Ab 1985 gab es Magazine, wie zum Beispiel das „Kick Ass“, die ausschließlich über dieses Genre berichteten. Im Jahre 1986 war der Höhepunkt des Thrash Metals erreicht, als die Band „Slayer“ das wohl bekannteste Album dieses Musikstils veröffentlichte: „Reign In Blood“. Noch heute zählt dieses zu den bekanntesten Werken der Band.

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Ende der 1980er lösten sich zahlreiche Interpreten vom „puren“ Thrash Metal. Zwar waren bei vielen Songs noch zahlreiche Elemente enthalten, jedoch wurde vor allem auch mit melodischen Einlagen und Samples und experimentiert. In dieser Zeit flaute auch unter den Fans die Begeisterung für den Thrash Metal ab. Im Bereich der Bay-Area redet man noch heute von der „Thrash-Metal-Depression“.

Nach und nach wurde dieses Genre von anderen Substilen des Metal verdrängt. Nur wenige Bands konnten sich nachhaltig in der Szene etablieren. Die heute wohl bekannteste Band davon ist „Slayer“. So entwickelten sich zuerst Death Metal und Black Metal daraus, wobei der zweite mehr Gemeinsamkeiten mit dem ursrünglichen Thrash Metal aufweist.

Durch neue technische Möglichkeiten und langjährige Erfahrung mit dem Genre begannen einige Bands, Elemente aus völlig anderen Stilen einzufügen. Durch den Mix mit elektronischer Musik entstand hier ein Genre, welches als „2nd Wave of Thrash“ oder „Techno Thrash“ bezeichnet wird. Einige Vertreter davon sind „Voivod“ oder „Mekong Delta“.

Anfang der 1990er Jahre gewannen zudem die Stile Grunge und Alternative Rock an Bedeutung. Zu dieser Zeit wandten sich viele verbleibende Anhänger des Thrash Metal von diesem Stil ab, weshalb sich auch viele Bands anderen Genres widmeten. So wurden die Substile Groove Metal und der rauere Neo-Thrash geboren. Aber viele Interpreten lösten sich auch auf, wie zum Beispiel die einstig erfolgreichen Vertreter Exodus und Death Angel.

Ende der 1990er erlebte der Thrash Metal schließlich ein Revival: Skandinavische und australische Bands orientierten sich wieder stärker an den Ursprüngen des Metal. Die Bewegung blieb jedoch nur im Untergrund akzeptiert, denn viele Kritiker behaupteten, dass diese Vertreter sich nur im Umfang von Nebenprojekten auf dieses Genre konzentrierten.

Erst einige Jahre später wurde die Szene wieder Teil des Mainstreams, als sich die „alten Hasen“, wie beispielsweise Destruction, neu gründeten. Seit dem Jahr 2008 orientiert sich auch Metallica wieder mehr am Thrash Metal, wie auf dem Album „Death Magnetic“ zu hören ist.

Noch heute werden in den Vereinigten Staaten die Bands „Slayer“, „Metallica“, „Megadeth“ und „Anthrax“ als die sogenannten „Big Four“ des Thrash Metal bezeichnet. In Deutschland gibt es so etwas ähnliches: Die Interpreten Kreator, Destruction und Sodom bilden das „Dreigestirn des Thrash“, sind also in unserem Land die Vorreiter dieses Genres.

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